Die kommenden Euro-7-Emissionsvorschriften unterstützen eine emmissionsfreie Mobilität in Europa

Die Europäische Kommission kündigte in ihrem Konzept European Green Deal eine neue Gesetzesvorlage für strengere Standards für Schadstoffemissionen von PKW, Transporter, Busse und LKW für 2021 an. Daher hat der Entwicklungsprozess der Kommission für die nächste Stufe der europäischen Fahrzeugemissions-Richtlinien, Euro 7, begonnen. Das Ziel ist die Entwicklung Gesamtkonzepts, das die Emissionen eines jeden Fahrzeugs so gering wie möglich werden lassen.

Obwohl dieser Prozess viele Interessenvertreter mit unterschiedlichen Sichtweisen involviert, werden sie durch das Bestreben nach sauberer Luft in den Städten vereint. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, wenn in den nächsten Jahrzehnten eine Kombination von modernen Emissionskontrolltechnologien in Fahrzeuge angewendet wird. Die Association for Emissions Control by Catalyst (AECC aisbl) ist bestens darauf vorbereitet, um mit Daten aus eigenen Testprogrammen zu diesem Prozess beizutragen.

Anfang 2020 waren nur 3,7 % aller in Europa verkauften Neuwagen vollelektrisch. Der Rest war mit herkömmlichen oder elektrifizierten Verbrennungsmotoren ausgerüstet. Prognosen zeigen, dass der Verbrennungsmotor mittelfristig weiterhin in der Mehrzahl der Fahrzeuge enthalten sein wird. Das bestätigt die Notwendigkeit von niedrigeren Schadstoffemissionen dieser Verbrennungsmotoren.

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Mittelfristig werden Verbrennungsmotoren weiterhin in die meisten Fahrzeuge eingebaut werden (Quelle: LMC Automotive, Global Hybrid & Electric Vehicle Forecast Q2 2020).

Trotz der erheblichen Verbesserungen durch die Einführung der Real-Driving Emissions (RDE) und der Portable Emissions Measurement Systems (PEMS) innerhalb der Euro 6- und VI-Gesetzgebung können die Emissionsnormen in der kommenden Euro 7-Gesetzgebung noch verbessert werden.

Entwurf und Entwicklung von Motor sowie Emissionskontrollsystemen der Zukunft sind bereits im Gange. Heute sind bereits zusätzliche Verringerungen von verschiedenen Schadstoffemissionen technisch machbar, was zum einen der Gesellschaft weitere Vorteile bringen wird und zu anderen eine tragfähige Option für die Wirtschaftlichkeit der Automobilindustrie ist.

Die Euro-7-Verordnung ist eine einzigartige Gelegenheit, einen regulatorischen Rahmen zu implementieren, der drei übergreifende Prinzipien berücksichtigen kann, um die europäische Luftqualität zu verbessern und die Gesundheit und das Wohlbefinden aller zu gewährleisten:

  • weitere Konzentration auf Real-Driving Emissions (RDE) sicherstellen.
  • Kraftstoff- und Technologieneutralität erreichen.
  • Gesetze nach einem „Gesamtsystemansatz“ auf einer „Gesamtfahrzeug-“Basis erlassen.

Da die Euro 6- und VI-Normen noch nicht alle durch das Fahrzeug erzeugten Emissionen berücksichtigen, muss Euro 7 die Emissionen unter realen Fahrbedingungen mit verstärktem Fokus betrachten. Die Messung von Schadstoffemissionen im Rahmen realistischer Praxistests im Alltagsbetrieb wird wie in der Verordnung vorgeschrieben derzeit nachbearbeitet. Dieses Verfahren schließt manche relativ hohe Emissionen aus, insbesondere solche, die beim LKW im Stadtverkehr gemessen werden. Außerdem werden durchschnittliche Fahrzeugemissionen bei normalern Beschleunigung nicht erücksichtigt. Die neuen Euro 7-Normen sollten daher die tatsächlichen Auspuffemissionen unter Verwendung von Messergebnissen, die im täglichen Gebrauch ermittelt wurden, regeln. Damit wird sichergestellt, dass sich die Emissionskontrollsysteme so weiterentwickeln, um die Schwankungen der tatsächlichen Emissionen zu berücksichtigen.

Zweitens können die Emissionsgrenzwerte und Prüfverfahren gemäß dem Euro 6 & VI-Vorgaben je nach Fahrzeugtyp variieren. So dürfen Fahrzeuge mit Ottomotor beispielsweise mehr Kohlenmonoxid (CO) ausstoßen als Dieselfahrzeuge, während bei Dieselfahrzeugen höhere Stickoxide (NOx) zugelassen sind. Es gibt auch Diskrepanzen zwischen den Grenzwerten von benzin- und dieselbetriebenen LKW. Die zukünftige Euro 7-Norm sollte sicherstellen, dass diese Kriterien für alle Anwendungen die gleiche Bedeutung haben.

Ein besseres Verständnis der Fahrzeugemissionen hat gezeigt, dass manche derzeit nicht regulierte Schadstoffe und Treibhausgase ebenfalls berücksichtigt werden sollten. Das Hinzufügen von Grenzwerten für schädliche ultrafeine Partikel, die kleiner als 23 Nanometer (PN10) sind, Ammoniak (NH3) und Distickstoffoxide (N2O) zur neuen Euro7-Verordnung wird die Sicherheit bieten, dass Fahrzeuge so sauber wie möglich sind.

Schließlich sind die Euro 6/VI-Grenzen auch nur für einen begrenzten Zeitraum oder eine begrenzte Distanz durchsetzbar. Eine Aktualisierung dieser Standards bietet die Möglichkeit, die Emissionen für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs zu kontrollieren.

Solide wissenschaftliche und technische Daten sind wichtig, um fundierte Entscheidungen über die neue Euro-7-Gesetzgebung zu treffen. In Übereinstimmung mit der veröffentlichten Euro-7-Position wird AECC weiterhin zur Entwicklung dieser Richtlinie mit dem Ziel der emissionsfreien Mobilität beitragen. Angesichts der aus den Testprogrammen gewonnenen Daten wird AECC verlässliche Bewertungen von Fahrzeugemissionen durchführen und fundierte Diskussionen darüber ermöglichen, wie die lokale Luftqualität in Europa verbessert werden kann.