Wo kann ich in Europa mit meinem Dieselfahrzeug fahren?

Während viele Städte den Zugang von Dieselfahrzeugen beschränken, sind moderne Euro 6-Modelle in den meisten Städten Europas auch weiterhin willkommen.

Wer eine Reise durch Europa plant, kann angesichts der steigenden Zahl von Städten, die Dieselfahrzeuge mit Zugangsbeschränkungen belegen, allerdings durchaus ins Zweifeln geraten. Um die Luftqualität zu verbessern und Emissionen zu reduzieren, setzen viele Städte auf Zugangsbeschränkungen, um festzulegen, welche Fahrzeuge wann und wo gefahren werden dürfen. Wir erklären, was dies für Fahrer in ganz Europa bedeutet.

 

EU-Gesetzgebung und Abgasnormen

Seit den frühen 1990er Jahren hat die EU die Emissionsstandards für PKW-Modelle und andere Fahrzeuge kontinuierlich verschärft, um die zunehmende Verschmutzung zu bekämpfen.

Jeder Normenkatalog, vom ersten bis zum letzten Katalog im Jahr 2017 (Euro 6d-Temp), war mit neuen Auflagen hinsichtlich der von Fahrzeugen ausgestoßenen Gesamtmenge an Abgasen verbunden, insbesondere im Hinblick auf Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxid und Feinstaub. Ein Hauptziel dieser Emissionsstandards ist die Verbesserung der Luftqualität.

Einige Städte sehen sich dennoch mit anhaltenden Verschmutzungsproblemen konfrontiert und haben darum lokale Maßnahmen ergriffen, um die Luftqualität zu verbessern. Viele städtische Bereiche setzen verstärkt auf Zonenbeschränkungen und Zugangsverbote für ältere Fahrzeuge, die die Umwelt stärker belasten und unter frühere Euro-Emissionsstandards fallen, um einen Wechsel zu saubereren Fahrzeugen wie den neuen Euro 6-Modellen zu fördern.

 

Städtische Umweltzonen

Obwohl die Emissionsstandards für Fahrzeuge in der gesamten EU identisch sind, haben einzelne Städte eine Reihe unterschiedlicher Zugangsbeschränkungen, Umweltzonen und Pläne für die Reduzierung von Emissionen ins Leben gerufen.

Umweltzonen mit Niedrigemissionen (LEZ) innerhalb von Städten mit einem begrenzten oder beschränkten Zugang für Fahrzeuge, die die Umwelt am meisten belasten, sind eine wirksame Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität. Die betreffenden Zonen können eine permanente Zugangsbeschränkung, autofreie Tage oder eine variable Beschränkung für einzelne Stunden oder Tage beinhalten, je nach Klassifizierung des Fahrzeugs.

Autofahrer können sich auch weiterhin für Dieselfahrzeuge entscheiden und dennoch zur Verringerung der Luftverschmutzung beitragen und die lokalen Auflagen erfüllen. Wir haben einen Überblick über die Zugangsbeschränkungen in sechs großen europäischen Städten zusammengestellt, um zu zeigen, dass das Fahren von Dieselfahrzeugen in Europa weit weniger kompliziert ist, als es auf den ersten Blick erscheint:

London, Vereinigtes Königreich

London Städtische Umweltzonen

 

Brüssel, Belgien

Brüssel Städtische Umweltzonen

 

Stuttgart, Deutschland

Stuttgart Städtische Umweltzonen

 

Paris, Frankreich

Paris Städtische Umweltzonen

 

Milan, Italy

Mailand Städtische Umweltzonen

 

Barcelona, Spanien

Barcelona Städtische Umweltzonen

 

Die Website „Urban Access Regulations“ (Stadtzugangsverordnung in Europa) bietet umfassende Informationen zu städtischen Zugangsvorschriften, einschließlich städtischer Mautgebühren, Umweltzonen und sonstiger Zugangsbeschränkungssysteme in der EU. Das Europäische Verbraucherzentrum bietet außerdem eine Übersicht über Umweltzonen in EU-Mitgliedsstaaten für Menschen, die in der EU unterwegs sind.

 

Euro 6-Modelle: Der Diesel der Zukunft

Lokale Einschränkungen und Zugangsvorschriften können von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein. In der EU gibt es bislang nicht weniger als 561 verschiedene Maßnahmen oder Programme, die sich über alle Mitgliedsstaaten erstrecken. Eine neue Studie der Europäischen Kommission ergab, dass es „im Allgemeinen an Informationen über Zugangsbeschränkungen für Fahrzeuge mangelt“ und bei vielen Bürgern mit dieselbetriebenen Fahrzeugen Verwirrung darüber herrscht, wann und wo sie fahren dürfen.

Obwohl die Unterschiede zwischen lokalen und nationalen Prioritäten die Wirkung einer EU-weiten Gesetzgebung unterbinden können, werden auf europäischer Ebene große Anstrengungen unternommen, um wichtige Planungsdaten, Informationen für die Beteiligten, Auswertungsmethoden, Durchsetzungsmechanismen und Entwurfsrichtlinien für Städte bereitzustellen.

Autofahrer können sich für neue Dieselfahrzeuge entscheiden und auf diese Weise zur Verringerung der Luftverschmutzung beitragen, während sie zugleich die lokalen Auflagen erfüllen.

In der Zwischenzeit wird die EU die Reduzierung der Luftverschmutzung weiterhin priorisieren, um die Gesundheit der Bürger Europas, die Lebenserwartung und die wirtschaftlichen Kosten zu verbessern. Die Einrichtung städtischer Umweltzonen in der EU hat vor allem zum Ziel, das Bewusstsein der Fahrer angesichts der Auswirkungen auf die Umwelt zu schärfen und die Annahme von saubereren Dieselfahrzeugen wie beispielsweise Euro 6d-Temp-Modellen zu fördern.

In den kommenden Jahren werden die meisten Vorschriften für städtische Umweltzonen noch verschärft, eine Maßnahme, die Euro 6-Dieselfahrzeuge für Städte, Mitgliedstaaten und die EU zum Dieselfahrzeug der Zukunft macht.